Die Hakenterrasse (polnisch Wały Chrobrego) thront hoch über der Oder, und viele Besucher beginnen hier ihre Entdeckungstour durch Stettin – zu Recht, denn an diesem Ort treffen Geschichte, Architektur und der beste Blick auf den Fluss zusammen. In diesem Guide stellen wir die Sehenswürdigkeiten der Hakenterrasse in Stettin und der umliegenden Ufer vor: von der monumentalen Treppe und dem Museum über die Promenaden mit der Allee der Seefahrer bis zur Lastadie mit den Kransauriern und zur Insel Wyspa Grodzka.
Am Ende findet ihr eine fertige Route für einen Nachmittagsspaziergang und einen Tipp, wie ihr ihn mit einer Bootsfahrt verbindet – denn die Stettiner Ufer erlebt man am besten aus zwei Perspektiven: von der Terrasse und vom Wasser aus.
Die Hakenterrasse in Stettin – Geschichte in Kürze
Die Erdterrasse wurde 1901–1907 auf dem Gelände des geschleiften Fort Leopold aufgeschüttet. Die Idee stammte von Oberbürgermeister Hermann Haken, deshalb hieß der Ort bis 1945 Hakenterrasse – unter diesem Namen kennen ihn viele deutschsprachige Besucher bis heute. Entworfen wurde die Anlage von Wilhelm Meyer-Schwartau. Die Promenade ist rund einen halben Kilometer lang und liegt 17 Meter über dem Wasserspiegel der Westoder (Odra Zachodnia).
Die Gebäude auf der Terrasse entstanden in Etappen. Das heutige Nationalmuseum wurde 1913 als Städtisches Museum eröffnet. Das heutige Hauptgebäude der Politechnika Morska (Maritime Technische Universität) wurde in zwei Abschnitten errichtet: der Südteil 1902–1905, der Nordteil 1914–1921 – in deutscher Zeit saßen hier unter anderem die Landesversicherungsanstalt und die Zolldirektion. Im Gebäude des heutigen Westpommerschen Woiwodschaftsamts war früher die Bezirksregierung untergebracht.
Kurios: Nach dem Krieg wurde die Terrasse nach Bolesław Chrobry, dem ersten König Polens, umbenannt, und die alten deutschen Inschriften wurden teilweise überputzt oder durch polnische Namen von Hafenstädten ersetzt.
Sehenswürdigkeiten auf der Hakenterrasse und an ihrem Fuß
- Nationalmuseum – im zentralen Gebäude sind Dauerausstellungen zu sehen, und auf dem Museumsturm gibt es eine kostenpflichtige Aussichtsterrasse. Im selben Gebäude hat das Teatr Współczesny (Theater der Gegenwart) seinen Sitz.
- Monumentale Treppe und Pavillons – der zentrale Aussichtspunkt und am Wochenende ein beliebter Treffpunkt der Stettiner.
- Brunnen mit Figuren – unterhalb der Treppe stehen in Nischen zu beiden Seiten die Figuren des Seefahrers Johannes von Kolno (Jan z Kolna) und des pommerschen Korsaren Wyszak.
- Zwei Lichttürme – vor dem Brunnen; sie sehen aus wie Leuchttürme und sind ein toller Fotohintergrund.
- Bulwar Chrobrego – der Kai am Fuß der Terrasse mit Blick auf das Woiwodschaftsamt und die Lastadie.
Von der Promenade aus seht ihr das rechte Oderufer und drei Inseln: Wyspa Grodzka, Bielawa und die Lastadie. An den Enden der Terrasse, wo früher halbrunde Aussichtsplätze lagen, gibt es heute Restaurants – ein guter Ort für ein Abendessen mit Aussicht.
Promenaden in Stettin – Allee der Seefahrer, Altstadtkai und Schlossviertel
Von der Hakenterrasse in Richtung Altstadt führen die Oderpromenaden. Der Bulwar Piastowski ist praktisch die Aleja Żeglarzy (Allee der Seefahrer) – eine Open-Air-Ausstellung über das Meer und Stettin mit Skulpturen berühmter Kapitäne, einer Schiffskatze, nautischen Instrumenten und einer Bronzetafel über die Verbindung der Region mit dem Meer. Hier steht auch eine Skulptur aus Heringsfässern – eine Erinnerung an die Zeit, als der Heringshandel für die Stadt von zentraler Bedeutung war.
Die Promenaden an der Langen Brücke (Most Długi) und an der Trasa Zamkowa, einer Hochstraße über die Oder, ziehen Spaziergänger, Angler, Radfahrer und Segler an; außerdem finden hier kleinere Open-Air-Veranstaltungen und Foodtruck-Festivals statt. Auf dem Platz am Ende des Nabrzeże Starówka (Altstadtkai) steht der maritime Schriftzug „SZCZECIN“ – Pflichtmotiv fürs Gruppenfoto.
Vom Kai aus ist es nicht weit nach Podzamcze, ins Viertel unterhalb des Schlosses, das auch „Neue Altstadt“ genannt wird. Das Schloss der Pommerschen Herzöge, der einstige Sitz der Greifen, hat Terrassen und eine Aussichtsterrasse, und vom Glockenturm aus – nach über 200 Stufen – überblickt ihr die Innenstadt und die Altstadt. Wer es noch höher mag, wählt die Aussichtsterrasse auf dem Turm der Jakobikathedrale, die das ganze Jahr über zugänglich ist. Die Philharmonie an der ul. Małopolska, ausgezeichnet mit dem Mies-van-der-Rohe-Preis, könnt ihr im Sommer bei einer Führung besichtigen.
Lastadie und Wyspa Grodzka – Sehenswertes auf der anderen Oderseite
Die Lastadie (polnisch Łasztownia) ist eine rund 33 Hektar große Insel gegenüber der Altstadt. Über Jahrhunderte war sie das Hafenhinterland Stettins, heute sind ihre Kais eine Flaniermeile. Am bekanntesten sind die Kransaurier (polnisch Dźwigozaury) – drei historische Hafenkräne aus den 1930er-Jahren, die seit 2009 zum Nationalmuseum gehören. Nach der Restaurierung tragen sie wieder ihre Originalfarben, und nach Einbruch der Dunkelheit werden sie angestrahlt. Gut zu sehen sind sie sowohl von der Hakenterrasse als auch von der Trasa Zamkowa.
Daneben steht das Maritime Wissenschaftszentrum (Morskie Centrum Nauki) mit Planetarium, interaktiver Ausstellung und einer Terrasse mit Blick auf die Oder. Im Sommer gibt es am Kai eine Foodtruck-Zone, etwas weiter einen Stadtstrand, und an der Inselspitze warten das Denkmal des „Chefs aller Chefs“ und die größte Dose Paprykarz – Stettiner Humor in Reinform. Paprykarz szczeciński ist ein würziger Fisch-Reis-Aufstrich aus der Dose und ein Kultprodukt der Stadt. Beim Spazieren riecht ihr oft Schokolade aus der Fabrik, die auf der Insel produziert.
Die Wyspa Grodzka liegt gegenüber der Hakenterrasse. In der Sommersaison gibt es hier einen Strand mit Bar, und nach Einbruch der Dunkelheit finden Partys mit DJs und Kinovorführungen statt.
Spaziergang an den Stettiner Ufern – Route für einen Nachmittag
Der folgende Plan dauert je nach Tempo und Zahl der Stopps etwa 2–3 Stunden. Vom Hauptbahnhof Szczecin Główny zur Hakenterrasse lauft ihr knapp eine halbe Stunde.
| Etappe | Was ihr seht | Ungefähre Dauer |
|---|---|---|
| 1. Hakenterrasse | Treppe, Brunnen, Lichttürme, Gebäude auf der Terrasse | 30–45 Min. |
| 2. Bulwar Chrobrego und Bulwar Piastowski | Allee der Seefahrer, Skulptur aus Heringsfässern | 30 Min. |
| 3. Altstadtkai und Podzamcze | Schriftzug „SZCZECIN“, Schloss der Pommerschen Herzöge | 30–45 Min. |
| 4. Lastadie | Kransaurier, Maritimes Wissenschaftszentrum, Inselspitze | 45 Min. |
| 5. Zurück zur Hakenterrasse nach Einbruch der Dunkelheit | Beleuchtete Kransaurier und Maritimes Wissenschaftszentrum | 15–20 Min. |
Fällt euer Termin in die Zeit des jährlichen Segelfestivals an der Hakenterrasse und auf der Lastadie, müsst ihr mit Menschenmassen und Verkehrsbeschränkungen rechnen. Denkt außerdem daran, dass Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit – auch auf den Promenaden – in Polen grundsätzlich verboten ist. Aktuelle Infos zu Veranstaltungen veröffentlicht das Portal Visit Szczecin.
Die Ufer vom Deck aus
Von Land aus seht ihr entweder die Hakenterrasse oder die Lastadie. Vom Wasser aus – beide Seiten zugleich. BoatParty organisiert in Stettin private Partys auf dem Schiff: Die Fahrt dauert 2 Stunden, Route, Abfahrtszeit und Einstiegsort legen wir bei der Buchung fest. Die Pakete beginnen bei 16 € pro Person (Gruppen ab 30 Personen, für kleinere Gruppen erstellen wir ein individuelles Angebot) – Details findet ihr auf der Seite Partys auf dem Schiff in Stettin. Was ihr je nach Route vom Deck aus seht, beschreiben wir im Artikel Bootsfahrt in Stettin auf der Oder – was ihr vom Wasser aus seht, und bevor ihr losgeht, werft einen Blick auf unsere Packliste für die Bootsparty. Wenn ihr den Ausflug für die ganze Gruppe organisiert, hilft euch außerdem unsere Checkliste für die Party auf dem Schiff.
Häufige Fragen zur Hakenterrasse und zu den Promenaden
Wann wurde die Hakenterrasse gebaut?
Die Terrasse wurde 1901–1907 auf dem Gelände des ehemaligen Fort Leopold aufgeschüttet. Die Gebäude entstanden in Etappen – der letzte Teil des heutigen Gebäudes der Politechnika Morska wurde 1921 fertiggestellt.
Wo ist der beste Aussichtspunkt rund um die Hakenterrasse?
Die gesamte Terrasse ist ein Aussichtspunkt auf die Oder und die Inseln. Höher hinaus geht es auf die kostenpflichtige Terrasse am Turm des Nationalmuseums, auf die Aussichtsterrasse der Jakobikathedrale oder auf den Glockenturm des Schlosses der Pommerschen Herzöge.
Was lohnt sich auf der Lastadie?
Vor allem die Kransaurier – drei historische Hafenkräne, die nach Einbruch der Dunkelheit angestrahlt werden –, das Maritime Wissenschaftszentrum und die Inselspitze mit dem Denkmal des „Chefs aller Chefs“ und der größten Dose Paprykarz. Im Sommer gibt es hier außerdem Foodtrucks und einen Stadtstrand.
Kann man die Hakenterrasse vom Schiff aus sehen?
Ja, die Terrasse liegt direkt an der Westoder. Bei einer privaten Bootsparty mit BoatParty legen wir die Route individuell fest – wenn euch der Blick auf die Hakenterrasse wichtig ist, gebt das bei der Buchung an.
Hakenterrasse und Promenaden – Stettin von Land und vom Wasser aus
Hakenterrasse, Allee der Seefahrer, Lastadie und Wyspa Grodzka ergeben zusammen eine wunderbare Spazierroute an der Oder. Seht sie euch zuerst von der Terrasse und dann vom Deck aus an – nennt uns einfach Termin und Personenzahl, und wir erstellen ein erstes Angebot für eine Bootsfahrt mit eurer Gruppe.
Bucht eure private Party auf dem Schiff
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