Danzig am Wasser – das sind Sehenswürdigkeiten, die sich auf einem kurzen Abschnitt der Mottlau konzentrieren: die Lange Brücke mit ihren Wassertoren und dem Krantor, die Bleihofinsel mit den Speichern des Meeresmuseums und dem Schiff Sołdek sowie die Speicherinsel, die nach Jahrzehnten als Ruinenfeld wieder lebt. Alles lässt sich an einem Nachmittag zu Fuß erkunden – über Fußgängerbrücken und mit der Fähre wechselt ihr von einem Ufer zum anderen.
Dieser Stadtführer führt euch auf einer Runde um den historischen Hafen. Am Ende verraten wir, wie ihr den Spaziergang mit einer Bootsfahrt verbindet und was ihr vor dem Losgehen prüfen solltet.
Danzig am Wasser – Sehenswürdigkeiten und Spazierroute im Überblick
Am bequemsten startet ihr an der Grünen Brücke (Most Zielony), von der aus ihr das Panorama des alten Hafens seht, geht dann an der Mottlau entlang nach Norden und kehrt am anderen Ufer zurück.
| Etappe | Was ihr seht | Tipp |
|---|---|---|
| Grüne Brücke | Panorama der Langen Brücke und der Speicherinsel | guter Punkt für das erste Foto |
| Lange Brücke | Wassertore und Krantor | direkt am Wasser gehen und die Fassaden aus etwas Abstand betrachten |
| Fischerufer und Fischmarkt | Johannistor und Häkertor, Biegung der Mottlau | von hier aus seht ihr die ganze Bleihofinsel |
| Bleihofinsel | Sołdek, Speicher des Meeresmuseums, Philharmonie | hinüber über die Klappbrücke oder mit der Fähre |
| Speicherinsel | neue Uferpromenade, wiederaufgebaute Speicher, Milchkannentor | zurück über die Drehbrücke zur Langen Brücke |
Die Lange Brücke in Danzig – Wassertore und Krantor
Die Lange Brücke (polnisch Długie Pobrzeże, früher Długi Most) ist die Uferpromenade am Westufer der Mottlau. Ihr Name stammt aus der Zeit, als hier über Jahrhunderte hölzerne Stege zum Entladen der Schiffe standen – im 17. Jahrhundert wurden sie zu einem durchgehenden Kai verbunden. Nach dem Krieg wurde der Kai wiederaufgebaut, und heute ist er eine der beliebtesten Flaniermeilen der Stadt.
Unterwegs kommt ihr an einem Wassertor nach dem anderen vorbei: am Grünen Tor im Stil der Renaissance, am gotischen Brotbänkentor mit dem Stadtwappen noch ohne Krone, am Frauentor mit drei Wappen über dem Durchgang und am Heilig-Geist-Tor, das in den 1990er-Jahren wiederaufgebaut wurde. Dahinter steht das Krantor (Żuraw) – ein 1444 errichteter Hafenkran, der laut dem Nationalen Meeresmuseum der größte und älteste erhaltene Hafenkran Europas ist. In seinem Inneren arbeiteten mächtige hölzerne Treträder, in denen Arbeiter liefen und so die Lasten anhoben.
Zwei Kuriositäten zum Start des Spaziergangs
Laut dem Stadtführer der Danziger Touristeninformation hatte die Grüne Brücke vor dem Zweiten Weltkrieg einen Mechanismus zum Anheben der Brückenfelder, und ihr Name geht auf die Moose und Flechten zurück, die den Stein grün färbten. Das Grüne Tor wiederum wurde aus kleinen Ziegeln errichtet, die niederländische Schiffe als Ballast mitbrachten. Nach Danzig kamen sie mit Ziegeln an Bord, zurück fuhren sie mit Getreide beladen – die Ziegel blieben also vor Ort.
Hinter dem Krantor beginnt das Fischerufer (Rybackie Pobrzeże) mit dem Johannistor und dem Häkertor, weiter folgt der Fischmarkt (Targ Rybny) – ein Ort, von dem aus ihr das ganze gegenüberliegende Ufer gut im Blick habt.
Die Bleihofinsel in Danzig – Speicher, Sołdek und Philharmonie
Die Bleihofinsel (Ołowianka) wurde 1576 zur Insel, als der Kanal Na Stępce gegraben wurde. Ihren Namen verdankt sie den Lagern für Blei, das über den Wasserweg herangeschafft wurde. Heute ist sie einer der spannendsten Orte an der Mottlau:
- Sołdek – ein Dampfer, der 1948 auf der Danziger Werft vom Stapel lief, das erste hochseetaugliche Schiff, das im Nachkriegspolen gebaut wurde. Seit 1989 liegt er als Museumsschiff an der Bleihofinsel.
- Die Speicher auf der Bleihofinsel – „Panna“, „Miedź“ und „Oliwski“ (Jungfrau, Kupfer und Oliva), 1985 wiederaufgebaut, beherbergen Ausstellungen des Nationalen Meeresmuseums. Am Speicher „Panna“ sind Hochwassermarken aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten.
- Die Polnische Baltische Philharmonie – sie spielt in den umgebauten Gebäuden des ehemaligen städtischen Elektrizitätswerks, das 1896–1898 errichtet wurde.
- Der Königliche Speicher – vom Beginn des 17. Jahrhunderts, heute ein Hotel.
Auf die Bleihofinsel gelangt ihr über die Fußgänger-Klappbrücke vom Fischmarkt aus, die 2017 eröffnet wurde. Sie wird regelmäßig hochgeklappt, um Boote durchzulassen, sodass ihr manchmal kurz warten müsst – was übrigens schon ein Erlebnis für sich ist. Zwischen den Ufern pendelt außerdem die Fähre „Motława“.
Die Speicherinsel in Danzig – von der Ruine zur neuen Uferpromenade
Die Speicherinsel (Wyspa Spichrzów) liegt zwischen der Mottlau und ihrem Durchstich, der Neuen Mottlau, die 1576 gegraben wurde. Im 16. Jahrhundert standen hier rund 340 Speicher, und nachts wurde die Insel abgeschlossen und man ließ Hunde frei, um die Waren vor Dieben zu schützen. 1945 wurde die Bebauung fast vollständig zerstört, und jahrzehntelang blieb der nördliche Teil der Insel eine Ruinenlandschaft.
Heute ist die Nordspitze neu bebaut, und am Wasser entlang verläuft eine Promenade für Fußgänger. Mit der Langen Brücke verbindet sie eine Drehbrücke auf Höhe der Heilig-Geist-Gasse – sie ist 57 m lang und seit 2020 in Betrieb, wie das Stadtportal von Danzig (auf Polnisch) berichtete. Am Ostende der Insel lohnt sich ein Blick auf das Milchkannentor (Stągwie Mleczne) – ein Tor von 1517–1519 an der Brücke Most Stągiewny, die seit 2022 wieder als Klappbrücke funktioniert.
Tipps für den Spaziergang an den Kais
- Zieht bequeme Schuhe an – unterwegs gibt es Kopfsteinpflaster und unebene Wege.
- Achtet an den Klapp- und Drehbrücken auf die Signale und betretet die Brücke nicht, während sie sich öffnet.
- Alkoholtrinken an Kais und Uferpromenaden ist in Polen grundsätzlich verboten – zum Anstoßen wählt ihr ein Lokal oder das Deck eines Schiffes.
- Während des Dominikanermarkts (Jarmark św. Dominika) Ende Juli/Anfang August und beim Treffen Baltic Sail ist es an den Kais besonders voll.
Danzig am Wasser vom Deck aus – Spaziergang und Bootsfahrt an einem Tag
Der Spaziergang zeigt die Details, die Bootsfahrt das ganze Panorama auf einmal. Am besten funktioniert diese Reihenfolge: tagsüber erst ein Spaziergang an den Kais, danach eine Bootsfahrt zum Sonnenuntergang oder am Abend, wenn die Fassaden über dem Wasser beleuchtet sind. Was genau ihr je nach Route vom Wasser aus seht, beschreiben wir im Beitrag Bootsfahrt auf der Mottlau – was ihr vom Deck aus seht.
Bei einer privaten Bootsparty in Danzig mit BoatParty gehört das Schiff 2 Stunden lang nur eurer Gruppe. Startzeit, Einstiegsort und Route legen wir bei der Buchung fest, und die Paketpreise für Gruppen ab 30 Personen beginnen bei 20 € pro Person. Prüft vor dem Losgehen, was ihr zur Bootsparty mitnehmen solltet, und die gesamte Organisation erleichtert euch unsere Checkliste für die Party auf dem Schiff.
Häufige Fragen – Danzig am Wasser
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Danzig am Wasser?
Auf einem kurzen Abschnitt der Mottlau liegen die Lange Brücke mit den Wassertoren und dem Krantor, die Bleihofinsel mit den Speichern des Nationalen Meeresmuseums, dem Schiff Sołdek und der Baltischen Philharmonie sowie die Speicherinsel mit der neuen Uferpromenade und dem Milchkannentor.
Wie kommt man auf die Bleihofinsel?
Am einfachsten über die Klappbrücke für Fußgänger vom Fischmarkt aus. Zwischen den Ufern pendelt außerdem die Fähre „Motława“, und von Osten führen zwei Brücken über den Kanal Na Stępce auf die Insel – von den Straßen Szafarnia und Na Stępce aus.
Darf man an den Kais der Mottlau Alkohol trinken?
Alkoholtrinken an öffentlichen Orten, also auch an Kais und Uferpromenaden, ist in Polen grundsätzlich verboten. Zum Anstoßen wählt ihr besser ein Lokal mit Außenbereich oder das Deck eines Schiffes.
Fährt die BoatParty-Bootsfahrt an der Speicherinsel und der Bleihofinsel vorbei?
Die Route legen wir bei der Buchung individuell fest. Im historischen Zentrum von Danzig können vom Wasser aus sowohl die Speicherinsel als auch die Bleihofinsel zu sehen sein – das hängt von der gewählten Variante der Fahrt ab.
Die Kais der Mottlau – unser Fazit
Danzig am Wasser lernt ihr am besten zweimal kennen: einmal zu Fuß, aus der Nähe, und einmal vom Deck aus, mit dem Abstand, der das Ganze zeigt. Plant einen Spaziergang über die Lange Brücke, die Bleihofinsel und die Speicherinsel – und fahrt am Abend mit uns auf die Mottlau hinaus. Wir erstellen ein erstes Angebot für eure Gruppe.
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